Konzentrat

Es war einmal...

.. die Zeit der falschen Heiler.


Montrabant verzog das Gesicht. Der Kreuzritter war ungeduldig und ließ es die Anderen wissen. „Und was hilft uns diese Erkenntnis?“, schnauzte er die magere Gläubige an. Schwester Magareta verzog die dünnen Lippen und ihr totenbleiches Gesicht spannte sich noch unheimlich über den darunter liegenden Schädel. Sie hatte die knochigen Hände gefaltet und gab ein leises Geräusch von sich, das sich nur mit den knirschend übereinander reibenden Kiefern erklären konnte.
„Immerhin wissen wir nun, dass der Seneschall von Salzburg nicht getreulich hinter seinem Prinzen steht.“, kommentierte Raphael die Unterhaltung gelangweilt. Der Graf hatte sich zurück gelehnt und schenkte seine ungeteilte Aufmerksamkeit einem Fleck auf seinem reich bestickten Wams während er gedehnt fortfuhr. „Und das er die Mutter dieser Bediensteten abgestochen hat.“
Bruder Gabriel warf ihm einen missbilligenden Blick zu, ehe er das Wort ergriff um die Ausführungen weiter zu führen. „Wir wissen außerdem, dass sie sich nicht erinnern kann wie sie aus Salzburg entkommen konnte. Noch dazu bis nach Wien. Es ist ein offenes Rätsel, dass sie unfreiwillig Hilfe bekam. Hinzu kommen die beiden Köpfe aus dem Clan der Verborgenen, die ebenfalls etwas damit zu tu haben müssen. Und..“, er unterbrach sich als er den ungeduldigen Ausdruck von Montrabant sah. Der hoch gewachsene Kreuzritter maß den kindlichen Kastraten mit missbilligenden Augen. „Und letztlich dreht sich alles um das Buch. Und wir werden gar nichts herausfinden, wenn wir nicht direkt nach Salzburg gehen.“
„Meine Meinung“, stimmte Raphael ungefragt zu. „Wir sollten mit dem Seneschall direkt sprechen.“
„Um dann was zu sagen? Das er gefälligst abtreten soll?“, höhnte die raue Stimme von Michael aus der Ecke. Er schüttelte den Kopf und lehnte sich gegen eine der Kisten. „Was für ein Unsinn.“, murmelte Dis neben ihm. Der schmale Junge knetete unruhig die Hände und Bruder Gabriel stieß ein Zischen aus.
„Recht hat er. Wir können den Seneschall nicht mit unseren Vermutungen konfrontieren. Niemand würde uns glauben, nur weil wir eine Ghulin haben die behauptet ihre Mutter wäre erstochen worden. Und wenn schon – sie sind Eigentum des Prinzen, letztlich müsste er entscheiden.“
„Aber er schläft.“, schnaubte Montrabant genervt.
Bruder Gabriel nickte widerwillig und warf ihm einen feindseligen Blick zu. „Und offensichtlich ist der Seneschall erpicht darauf dass er auch weiterhin ruht. Wir sollten uns also eher Gedanken machen, was der Seneschall vorhat, ob der Prinz von Wien darüber informiert ist und ob das Buch der Verdammnis damit in Verbindung steht. Denn dann wüssten wir ob diese gottlose Clan der Dämonenanbeter, mögen sie im ewigen Feuer brennen, mit einer dieser Gestalten verbündet ist. Es mag sein, dass die gottlosen Ereignisse am Prinzenhof keinem schrecklichen Zufall unterliegen…“
Schwester Magareta wartete bis er verstummt war, dann schaltete sie sich wieder ein und brachte ihr Gespräch damit zu einem vorläufigen Ende.
„Und unvorbereitet zurück zu kehren würde unser sicheres Ende bedeuten. Voreilig ist schon so manch Kind die Sonne gesehen. Ihr müsstet euch Narren schalten, wolltet ihr dies.“
Unmut schlug ihren Worten entgegen, aber keine Widerworte. Die einzige hörbare Äußerung kam von dem behäbigen Arbeiter, der bisher noch kein einziges Wort gesagt hatte. „Mhm.“
Damit war das Thema für diese Nacht beendet.


|Zusammen gefasst aus: Der Chronik 'Blut und Feuer'|
(1250, Salzburg - Der Beginn einer Reise)

Anwesend:

*Schwester Magareta, Kappadozianer
*Bruder Gabriel, Tzimisce
*Michael Müller, Bruhja
*Graf Raphael von Altmark, Bruhja
*Montraband, Lasombra
*(Paul Holzfäller?), Bruhja
*Dis, Malkavianer
7.5.06 11:35
 


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Mort (9.5.06 14:55)
Endlich mal wieder ein neuerer Text von dir. Und schöner Stil wie immer. Wir warten geduldig auf das erste zusammenhängende Manuskript.

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